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Das übersprudelnde Selbstbewusstsein des Frauenpowertrios aus Zürich ist so offenkundig, dass der schiere Inhalt, sei er auch noch so amüsant, dreist, ungestüm, entwaffnend oder hinreißend sexistisch, fast schon wieder zur Nebensache wird, denn die schieren Vokalkünste als auch der handgemachte Klangteppich ergeben hier die wichtigste Vorwärtsbewegung.

Caroline Rey (Alt), Patricia Szettele (Mezzosopran) und Ruth Ferreira (Sopran) alias Polly’s Garden haben Harmonie und Melodie im Blut und in der güldenen Stimme und spielen ihre Musikalität mit aller gebotenen Anmut und Achtsamkeit aus – „The Almost Naked Truth“ ist vielleicht gerade wegen der oberflächlichen Leichtgängigkeit ein richtig gut gemachtes Album.

Stilistisch ist weder Country noch Rockabilly wegzudiskutieren. Vocal Jazz, Soul, Blues und die prickelnde Pop-Frische eines Morgentaugetränkten Frühlingstages sind weitere Bausteine, die aus dem umwerfend charmanten Album des Trios mit überwiegenden Eigenkompositionen (Dolly Partons „Jolene“ ist auch mit dabei – der SOUL TRAIN berichtete) ein kleines, wildes Erlebnis machen.

Begleitet von Dani Bless und Joe Schwach (Gitarre), Rainer Hagmann (Violine) sowie, last but not least, Geri Zumbrunn (Bass) macht das Dutzend Titel von „The Almost Naked Truth“ (CD) genau das, was das durchzugskräftige, in Selbstironie und Lebensfreude badende Frauentrio auch an wunderbarer optischer Ausstrahlung wie einen Kirschkern ausspucken möchte: schiere Unterhaltung!

Polly’s Garden mit dem umwerfend charmanten, nicht immer ganz ernst gemeinten „The Almost Naked Truth“ – es lebe die Musikalität, die Selbstbestimmung und der Humor, der tiefschwarze. © Oliver Gross, www.soultrainonline.de

Von den Schweizer Eidgenossen erwartet man ja durchaus ein hohes Maß an Kreativität. Das gilt auch für die Musik. Doch dass es einmal eine Schweizer Frauenband geben wird, die eine nahezu perfekte Mischung aus Rockabilly und Country abliefert, war bislang nahezu undenkbar. Doch Polly´s Garden sprengen die Unvorstellbarkeit und veröffentlichen mit „The Naked Truth“ ein erstes Album, das seinen produktiven Ursprung auch in Nashville hätte haben können.
Mit einer zeitlosen und romantisch naiven Leichtigkeit bringt das Trio die Atmosphäre der 1950er Jahre zurück in die Gegenwart und entflieht so nicht nur dem eigenen Alltag, sondern lebt sich in der mittlerweile fast vergessenen Unbeschwertheit der Mitte des letzten Jahrhunderts aus.
Ob frivol melodiös und mit dem ein oder anderen Westerneinfluss oder aber ruhig und beschwingend emotional und balladesk, „The Naked Truth“ ist ein hervorragend produziertes Album, das nicht nur den guten alten Geist des wilden Westens, des Lagerfeuer trächtigen Country und der Leichtigkeit des Seins durch die pure Freude am Leben ausdrückt, sondern auch gleichzeitig die noch immer mögliche qualitativ hochwertige Vielschichtigkeit des Songwritings und der entsprechenden Umsetzungen unterstreicht. Und das ist die Wahrheit, oder um mit den Worten von Polly´s Garden zu sprechen: „The Naked Truth“. Ein starkes Debütalbum mit einer ganz besonderen Wild West Note. © Oliver Müller, www.buchundton.de

Bereits 2015 hatte ich von den 3 Grazien eine EP als Floh ins Ohr gesetzt bekommen, der sich aber schnell zum Ohrwurm entwickelte. Nun haben die Mädels von POLLY´S GARDEN Ihr Debüt „The Almost Naked Truth“ am Start und ich bin wirklich sehr gespannt, was das Album kann. Versprochen werden Soul, Rockabilly, Urban Country, Rock, Blues und mächtige Stimmengewalt der drei Ladies, die sich dem Gesang seit vielen Jahren professionell verschrieben haben. Unterstützt werden die Damen dabei von bekannten schweizer Musikern, welche es schaffen, die Musik wirklich nur begleitend der Band aufzudrücken ohne dabei gekünstelt oder zusammengebastelt zu wirken. Das lässt Caroline, Patricia & Ruth genug Luft und Möglichkeit, sich voll und ganz auf das zu konzentrieren, was sie am besten können, bzw. worin sie sich hörbar am wohlsten fühlen: Laut über wilde Geschichten und (augenzwinkernd) über das Leben musikalisch herzuziehen. Partielle Ähnlichkeiten zu den Dixie Chicks sind klar auszumachen, doch wenn man, bzw. Frau, sich den Hillbilly-Sound verschreibt, dann bleiben Vergleiche nun mal nicht aus, was in dem Fall auch gar kein Vorwurf o.ä. ist.

Fazit: Auch hier hat die Info nicht wirklich übertrieben und POLLY´S GARDEN feiern sich mit viel Humor, exzellenter musikalischer Begleitung durch alle genannten Genre um gute Laune zu verbreiten und auch um zum Tanz zu bitten. Der Abwechslungsreichtum lässt keine Fragen offen und gern wird auch in einem eher düsteren Moment (sofern man auf dem Album davon sprechen kann) im selben Song genau dieser Moment in ein helleres Licht gekippt, äähhh…gesungen! Für metallische Hardliner werden POLLY´S GARDEN eher weniger auf den Weihnachtswunschzetteln der Republik notiert sein, trotz interessanter Vertonung eines Weihnachtsklassikers…Wer aber Augen für das „Schöne“ und Ohren für gute, mehrstimmige Musik am Rande des Pop hat, vorgetragen von ausgezeichneten Musikern die auch nicht mit 08/15 Melodien alte Kamellen aufwärmen, der ist mit den Schweizerinnen, welche sich auch wirklich zurecht Sängerinnen nennen können,  bestens bedient. Live würde ich mir das auch sehr gern geben… Alle Daumen hoch! Checkt einfach mal die aktuelle Single „Do Me A Favour“ an, hört, was die 3 gestandenen Damen zu sagen haben und lasst Euch von der Frische sowie der guten Laune anstecken!© Thorsten Jünemann, www.metalglory.com